stufen der entwicklung

Stufen der Entwicklung von Tradern & Investoren

Aller Anfang ist schwer und der Weg, den Trader & Investoren gegen müssen stellt da keine Ausnahme dar – man kann hier von drei Stufen der Entwicklung von Tradern & Investoren sprechen.
Wie jedes psychologisch anspruchsvolle Unterfangen ist das „Trading“ nicht ganz unähnlich dem anderer Aktivitäten, beispielsweise dem „Dating“. Wer kennt es nicht, dass man am Anfang – noch unerfahren im Kennenlernen einer anderen Person – jeden auch nur erdenklichen Fehler mindestens einmal macht? Meist ist man sogar überrascht wie kreativ man sein kann in der Erschaffung von immer neuen Situationen, die zum Misserfolg führen und in Frustration enden. Wenn man mit dem Trading oder dem Investieren anfängt, verläuft dies meist genauso.

Wenn man Van fragt, warum dies so ist, bekommt man die Antwort, dass Trading-Erfolg aus mindestens 80% Psychologie besteht. Und da die Börse es nur wenigen Akteuren erlaubt erfolgreich zu sein, entstehen im Markt immer wieder Situationen, die die größte Anzahl an Akteuren auf dem falschen „psychologischen Fuß“ erwischt. In meinen Workshops lerne ich Menschen von der ganzen Welt aus den  unterschiedlichsten Kulturkreisen kennen. Eine Sache ist interessanterweise jedoch immer die gleiche – die Psychologie des Menschen bezogen auf den Markt. Wie ist nun die psychologische Entwicklung von Tradern & Investoren zu verstehen?

Die drei Stufen der Entwicklung von Tradern & Investoren

Wer beginnt nicht seine Suche angelockt durch die Aussicht den „Heiligen Gral“ der Finanzmärkte zu finden? Gehören Sie zu dieser Art der Trader & Investoren? Tatsächlich gibt es diesen „Heiligen Gral“, jedoch nicht wie die meisten denken im Außen, sondern im Innen – in einem selber. Bisher habe ich noch niemanden kennengelernt, der nicht in der Angangsphase der Entwicklung gestartet ist. Sicherlich ist die Zeit und Intensität, die jede Phase benötigt, individuell verschieden. Leider schaffen es nur die Wenigsten die Hürden der Stufe II zu meistern.

Stufe I: Die Frage nach dem „Was“

Viele unerfahrene Trader sind der Überzeugung, dass es einfach ist an den Kapitalmärkten Geld zu verdienen. Schließlich wird einem dies von der Broker-Werbung, Seminaren, Konferenzen
und den einschlägigen Foren im Internet suggeriert. Wie in jedem anderen Gebiet, das ein hohes Maß an Expertise voraussetzt, begibt sich der Neuling auf die Suche nach den vermeintlichen Experten. Denn die Frage, die einen Trader in dieser Stufe am meisten umtreibt ist: WAS muss ich kaufen, um Geld zu verdienen?

Die Folge davon ist, dass diejenigen um Rat gefragt werden, von denen man vermutet, dass Sie erfolgreich sind. Ebenso sind viele noch leicht beeindruckbar durch Trading-Newsletter oder automatische Handelssysteme, denn deren Produkte versprechen Erfolg. Dies führt typischerweise dazu, dass man der Masse folgt. Erst wenn erkannt wird, dass dies nicht zum Erfolg führt, ist man bereit für die nächst höhere Stufe.

Stufe II: Die Frage nach dem „Wie“

Diese Phase ist charakterisiert durch die Überzeugung, dass andere sogenannte „Börsenexperten“ den Erfolg nicht wirklich garantieren können – ganz im Gegenteil. Man stellt fest, dass es keinen anderen Weg gibt, als sich selber intensiv mit dem Thema der Kapitalmärkte zu befassen. Die alles bestimmende Frage dieser Stufe ist: WIE muss ich Handeln oder Investieren, um Geld zu verdienen?

Viele steigern sich hier hinein in die nie enden wollende Suche nach dem „Heiligen Gral“, der Suche nach dem perfekten Handelssystem. Es werden eine Vielzahl an Statistiken unterschiedlicher Systeme gesammelt & analysiert. Die vermeintlich Besten werden dann gehandelt, was relativ schnell zur Ernüchterung führt. Die statistisch belegten Erfolge stellen sich, wenn überhaupt, nur kurzfristig ein. Man probiert also vieles aus und ist mit nichts wirklich zufrieden. Anfänglich hoch motiviert, stellt sich mit der Zeit typischerweise eine große Frustration ein.

Immer mehr psychologische Themen, die individuell sehr verschiedene sind, kommen an die Oberläche. Dies kann zB die Angst sein in einen Trade einzusteigen, die Angst Gewinne nicht abgeben zu wollen oder der Ärger über verpasste Chancen. Für viele in dieser Stufe ist es unverständlich, dass es genau diese psychologischen Fallstricke sind, die einen beständigen Erfolg verhindern. In diese Phase der Entwicklung wird viel Kraft gesteckt und sie kann viele Jahre andauern. Erst wenn erkannt wird, dass die Suche im Außen nicht zum Erfolg führt, ist man bereit für die nächste und letzte Stufe.

Stufe III: Ein Zustand ohne Fragen und Antworten

Klingt das für Sie etwas unverständlich? Sicherlich, denn das ist genau der Grund, warum man erst in dieser Phase erfolgreich wird. Die Märkte funktionieren nicht logisch-linear, sondern
dynamisch-chaotisch. Aus diesem Grunde sind die besten Handelssysteme diejenigen, die auf die Masse der Akteure kontra-intuitiv wirken. Sie erinnern sich: nur die Wenigsten an den Märkten sind letztendlich erfolgreich. In dieser Phase sind alle Fragen in vorherigen Stufen abgehandelt. Erst wenn erkannt wird, dass man mit Fragen im Außen nicht weiterkommt, offenbart sich eine neue Sicht der Dinge: Die Suche ist beendet und es bestehen keine Fragen & Antworten mehr.

Vielen wird erst hier klar, dass Sie selber für Ihre Erfolge & Misserfolge verantwortlich sind. Gemeint ist hier nicht das schlechte Gefühl (oder das Verzagen) nicht „gut genug zu sein“. Im Gegenteil: man merkt, dass man selber verantwortlich ist sowie die Fähigkeit besitzt die Dinge zu ändern, indem man an sich selber arbeitet. Man ist nicht mehr von anderen Menschen oder anderen Handelssystemen abhängig. Der eigene Erfolg wird planbar und man gewinnt viel Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Hier wird einem bewusst, dass Ausgewogenheit und Akzeptanz sehr wichtige Faktoren sind, also der eigene mentale Zustand. Van spricht immer wieder davon, dass man tatsächlich seinen eigenen mentalen Zustand handelt. Wenn man im Moment ängstlich ist, dann zieht man genau die Situationen im Markt an, die noch zu einer Verstärkung dieser Emotion führen. Das gleich gilt beispielsweise für den mentalen Zustand von Ärger oder Scham. Nicht ohne Grund ist von Ed Seykota der Ausspruch bekannt: „Jeder bekommt genau das vom Markt, was er erwartet“.

Richtlinien zur praktischen Umsetzung

Schön und gut, fragen Sie sich nun vielleicht, wie lässt sich dies aber in der Praxis umsetzen?
Hierfür sind 10 Punkte wichtig:

  1. Verinnerlichen Sie sich den Glaubenssatz, dass Sie selber für Ihren Erfolg am Markt verantwortlich sind. Werden Sie sich anderer Glaubenssätze (zB über sich selber, über den Markt oder über Handelssysteme) bewusst, die Sie daran hindern könnten erfolgreich zu sein. Letztendlich müssen Ihre Glaubenssätze zueinander passen.
  2. Suchen Sie ein System, dass wirklich zu ihnen und Ihren Glaubenssätzen passt
  3. Arbeiten Sie an Ihren Konditionierungen, also Ihren psychologischen Fallstricken. Das sind meist Dinge oder Situationen, die Sie beim Traden „auf die Palme“ bringen. Um Konditionierungen aufzulösen gibt es eine Vielzahl an Methoden & Techniken.
  4. Arbeiten Sie daran Ihren mentalen Zustand hin zu mehr Akzeptanz und Dankbarkeit zu führen. Auch hierzu gibt es eine Vielzahl an Seminaren oder Meditationstechniken.
  5. Konzentrieren Sie sich beim Trading, auf die Risikokontrolle (und nicht darauf wie viel Geld Ihre nächster Trade verdienen wird).
  6. Konzentrieren Sie sich darauf Ihre Handelsregeln nach Plan fehlerfrei umzusetzen.
  7. Entwickeln Sie für sich einen Prozess zur Trading-Vorbereitung und Trading-Nachbereitung (vergleichbar zu einem Sportler). Dies sollte Sie darin unterstützen mehr Ausgewogenheit und Akzeptanz zu empinden.
  8. Seien Sie sich bewusst, dass Trading ein „Spiel der Wahrscheinlichkeiten“ ist. Nicht jeder gute Trade kann zum Gewinn führen, jedoch sollte die Gesamtheit der Trades des Systems einen  positiven Erwartungswert liefern.
  9. Lernen Sie vertrauen zu Ihren eigenen Fähigkeiten zu entwickeln und suchen Sie Ihren eigenen Weg (ohne sich auf andere Meinungen verlassen zu müssen).
  10. Seien Sie sich bewusst, dass Trading eine Kombination aus Wissenschaft und Kunst ist. Aufgrund der nicht-linear und dynamischen Natur der Märkte, lassen sich nicht alle Dinge durch den  Verstand allein erklären.

Diese Veränderung im Inneren führt zu einer anderen mentalen Ausrichtung. Es reift die Erkenntnis, dass erst wenn Sie unbewusste Kompetenz erreichen – Sie also „Interne Kontrolle“ erlangen – Sie wirklich erfolgreich sein werden. Das ist vergleichbar zum Erlernen des Autofahrens: erst ungeschickt und verkrampft, stellt sich nach viel praktischer Übung ein Zustand der Entspannung und unbewussten (oder intuitiven) Kompetenz ein. Alle Dinge geschehen dann fehlerfrei und wie automatisch.

Bezogen auf das Trading können Sie das Handelssystem dann mühelos und  fehlerfrei ausführen. Letztendlich ist beim Trading weniger das Ziel von Wichtigkeit als der Weg dorthin. Ab einem bestimmten Punkt des Weges werden Sie feststellen, dass Dinge, die Ihnen  vorher sehr schwierig erschienen sind, nun mühelos und wie von alleine funktionieren. Ab diesem Punkt wissen Sie, dass sie die drei Stufen der Entwicklung von Tradern & Investoren refolgreich durchlaufen haben.